Die polnischen Kartoffelklösse, auch als „Pyzy“ bekannt, sind eine kulinarische Köstlichkeit aus der polnischen Küche. Diese runden Leckerbissen, die in etwa die Grösse von Minigolfbällen haben, können mit verschiedenen Füllungen zubereitet werden: Sei es mit Suppenfleisch, rohem Hackfleisch, gekochten & gehackten Pilzen oder auch ganz ohne Füllung.

Es gibt zahlreiche Varianten in der Zubereitung, manche verwenden rohe Kartoffeln, während andere – so wie ich – die Version mit den gekochten Kartoffeln bevorzugen. Nicht nur, weil sie einfacher und schneller zuzubereiten sind, sondern auch weil sie von meiner Familie geliebt werden.

Als Topping ist die sogenannte „Okrasa“ perfekt. Das ist eine knusprige Mischung aus gebratenen Zwiebeln und Speck, die das ganze Gericht aufpeppt. Falls euch die Sauce fehlt, könnt ihr noch geschmolzene Butter dazugeben.

Übrigens: Pyzy sind in Polen nicht gleich Pyzy. Ich komme aus Posen und dort sind ganz andere „Pyzy“ bekannt. Nämlich Pyzy aus Hefeteig, die gedämpft werden und wie luftige Brötchen aussehen. Man muss also immer präzisieren, was man meint, je nach Region.

Polnische Kartoffelklösse pyzy

Zubereitungszeit 45 Minuten
Gesamtzeit 45 Minuten
Portionen: 4 Personen
Gericht: Hauptgericht
Küche: Polnisch

Zutaten
  

Teig
  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 250 gr Kartoffelstärke
  • 2 Eier
  • Eine Prise Salz
  • Füllung
Füllung (optional – kann auch ohne Füllung gemacht werden oder aber mit Pilzen)
  • 500 gr rohes Hackfleisch Optional: Suppenfleisch
  • 1 grosse Zwiebel
  • Öl
  • Salz & Pfeffer
Topping
  • 1 grosse Zwiebel
  • 250 gr Speck am Stück
  • Öl
  • ggf. Butter für den Geschmack

Kochutensilien

  • Fleischwolf falls Suppenfleisch verwendet wird

Method
 

Kartoffeln vorbereiten
  1. Kartoffeln schälen, vierteln und ca. 20 Minuten kochen.
  2. Während die Kartoffeln kochen: Fleischfüllung zubereiten
  3. Optional: Das Suppenfleisch durch den Fleischwolf drehen und etwas Flüssigkeit oder Suppengemüse hinzufügen, damit das Fleisch nicht zu trocken wird.
  4. Zwiebeln hacken und in etwas Öl glasig dünsten.
  5. Die Fleischmasse (entweder rohes Hackfleisch oder das durchgedrehte Suppenfleisch) mit der Hälfte der Zwiebeln vermengen und würzen. Anschliessend 16 bis 25 Kugeln daraus formen, idealerweise in der Grösse von Minigolfbällen.
Kartoffelmasse zubereiten
  1. Die gekochten Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken und in einer Schüssel flach verteilen. Ein Viertel der Masse zur Seite legen und diese Lücke mit Kartoffelstärke auffüllen.
  2. Die noch heissen Kartoffeln mit den Eiern und dem Salz vermengen. Der Teig sollte elastisch sein und nicht reissen. Sollte er resen, die Hände befeuchten und kurz durchkneten. Ist der Teig zu feucht, Kartoffelstärke hinzufügen. Wichtig: Nicht zu lange kneten, sonst wird der Teig zu feucht.
  3. Einen grossen Topf mit Wasser zum Kochen bringen.
Topping zubereiten
  1. Den Speck würfeln und zu den restlichen Zwiebeln geben. Bei niedriger Hitze knusprig braten.
  2. In der Zwischenzeit: Teig füllen & Klösse kochen
  3. Ebenso viele Kartoffelkugeln wie Fleischkugeln formen.
  4. Eine Portion Kartoffelteig in die Hand nehmen und flach drücken. Eine Fleischkugel darauflegen, den Teig oben verschliessen und zu einem Kloss formen.
  5. Etwas Kartoffelstärke in Wasser auflösen und diese Stärkemischung („krochmal“) ins kochende Wasser geben. Das Wasser salzen.
  6. Die Klösse portionsweise bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Danach noch 2 Minuten weiterziehen lassen. (Zu Beginn kann es sinnvoll sein, erst einen Kloss zu testen, um zu prüfen, ob er seine Form behält.)
  7. Klösse abdecken und warmhalten.
Servieren
  1. Klösse mit dem Speck-Zwiebel-Topping servieren.

Notizen

Wer sich für die Geschichte und Kultur interessiert, sollte einen Blick auf meinen Blogpost zu „Warschawa Praga“ werfen. Dort gehe ich auch auf die über 50-jährige Geschichte der Knödel auf dem Bazar Różyckiego in Warschau ein, einem Ort, an dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen.